Mit dem Recht ist es in etwa so wie mit einem Ferrari: Theoretisch kann jeder einen fahren, praktisch können sich das aber nur die wenigsten leisten.
Die Reklamationszentrale hat es sich zur Aufgabe gemacht, das zu ändern: Mit der neuen Internetplattform Lohnforderung.ch kommen Arbeitnehmer zu ihrem Recht. Ganz einfach und ohne finanzielles Risiko.
Warum Lohnfordrung.ch?
Als Arbeitnehmer zu seinem Recht zu kommen, ist gar nicht so einfach: Nicht selten stellen sich komplexe, arbeitsrechtliche Fragestellungen, wobei sich der Beizug eines spezialisierten Anwaltes empfiehlt. Doch das ist teuer und jede Minute welcher der Fachmann in die Bearbeitung und in die Beratung investiert, kosten den Ratsuchenden teures Geld. Ganz egal was am Ende dabei herauskommt.

Seit Oktober 2020 gibt es nun aber die Internetplattform lohnforderung.ch und die geht einen ganz neuen Weg: Arbeitnehmende haben hier die Möglichkeit, ihren Rechtsfall von spezialisierten Juristen prüfen zu lassen. Und das völlig ohne finanzielles Risiko. Denn mit Lohnforderung haben Arbeitnehmende die Möglichkeit offene Forderungen gegenüber ihren Arbeitgebern kostenlos einfordern zu können.

Nur bei einer definitiven Fallübergabe und im Erfolgsfall wird eine Erfolgsprovision fällig. Christian Jenny, der Leiter des Rechtsdienstes, erklärt, wie die Dienstleistung genau funktioniert.
Entschädigung von bis zu sechs Monatslöhnen
Liegt kein schwerwiegender Grund vor oder erfolgte bei einer weniger schweren Verfehlung eine fristlose Kündigung ohne Verwarnung, dann kann der Arbeitgeber vom Gericht verpflichtet werden, dem Arbeitnehmer eine Entschädigung zu bezahlen. Diese kann maximal die Höhe des Lohns des Arbeitnehmers für sechs Monate betragen (Art. 337c Abs. 3 OR).

Aber: bei den im Gesetz genannten sechs Monaten handelt es sich um eine absolute Obergrenze, wobei es sich um einen extremen Fall einer ungerechtfertigten, fristlosen Kündigung handeln muss. In der Praxis wird dies so gut wie nie passieren. Zwei bis drei Monatslöhne als Entschädigung sind jedoch bei einer ungerechtfertigten, fristlosen Entlassung durchaus üblich. Die Beurteilung des individuellen Falles liegt im richterlichen Ermessen.

Keine Entschädigung bei fristloser Kündigung
Wenn sich der Arbeitnehmer eine solch gravierende Verfehlung zu Schulden kommen lässt, dass dem Arbeitgeber nicht mehr zugemutet werden kann, das Arbeitsverhältnis aufrecht zu erhalten, dann darf der Arbeitgeber das Arbeitsverhältnis fristlos auflösen. Dies gilt sowohl bei unbefristeten wie auch befristeten Arbeitsverhältnissen.

Wie das Bundesgericht schon in mehreren Urteilen festgehalten hat, ist eine solche Kündigung nur bei besonders schweren Verfehlungen des Arbeitnehmers gerechtfertigt. Diese Verfehlungen müssen so schwerwiegend sein, dass dem Arbeitgeber die Fortsetzung des Vertrages nicht mehr zugemutet werden kann. Es liegt also ein Grund vor, der so schwerwiegend ist, dass das Vertrauen zum Arbeitnehmer zutiefst erschüttert ist. Ein solcher Grund könnte etwa sein:

  • Bestechung oder Annahme von Bestechungsgeldern
  • Drohungen
  • Körperliche Verletzungen oder schwere Beleidigungen von Mitarbeitern oder Kunden
  • Diebstahl oder die Veruntreuung von Konten und Firmengeldern

Weniger schwere Verfehlungen müssen wiederholt erfolgen und es muss eine Verwarnung ausgesprochen worden sein. Beispiele für zulässige minderschwere Verfehlungen, die nach wiederholter Ausführung ebenfalls zu einer fristlosen Kündigung führen können, sind:

  • Wiederholte unentschuldigte Absenzen
  • Regelmässige Unpünktlichkeit
  • Missachtungen von Anweisungen des Arbeitgebers
  • Durch Eigenverschulden ausgelöste Nichterfüllung der Arbeit
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